Aussagen in Krisen über Zusammenbrüche an den Märkten tauchen regelmäßig auf. Dabei wird oft betont, dass die aktuelle Situation außergewöhnlich sei oder mit historischen Entwicklungen nicht mehr vergleichbar ist. Solche Einschätzungen stammen häufig von Personen, die versuchen, Entwicklungen in einem komplexen und dynamischen globalen Wirtschaftssystem vorherzusagen.
Vorhersagen über die Zukunft der Märkte sind jedoch grundsätzlich mit großer Unsicherheit behaftet. Prognosen können daher nur begrenzt zuverlässig sein und sollten kritisch hinterfragt werden.
Auffällig ist, dass sich bestimmte Muster in solchen Vorhersagen wiederholen: Zeitpunkte bleiben oft ungenau, Erwartungen werden bei Bedarf angepasst, und einzelne zutreffende Einschätzungen werden besonders hervorgehoben.
Erkenntnisse aus der Kapitalmarktforschung zeigen hingegen ein differenzierteres Bild: Schwankungen gehören regelmäßig zu den Märkten, treten häufig auf und verlaufen unterschiedlich stark. Nur ein Teil dieser Bewegungen entwickelt sich zu länger anhaltenden Abwärtsphasen. Zudem gilt es als schwierig, kurzfristige Marktbewegungen zuverlässig vorherzusagen.
Langfristig betrachtet haben sich Kapitalmärkte historisch jedoch überwiegend positiv entwickelt, auch wenn es zwischenzeitlich zu Rückgängen kommt. Phasen sinkender Kurse wurden in der Vergangenheit immer wieder von Erholungen abgelöst.
Vor diesem Hintergrund sind ein langfristiger Anlagehorizont und eine breite Streuung der Investitionen wichtige Faktoren für den Anlageerfolg.