Einmalanlage oder gestaffelte Investition – was ist besser? Die unterschätzte Rolle der Opportunitätskosten

Wer 100.000 Euro investieren möchte – etwa durch eine Erbschaft, den Verkauf einer Immobilie oder angespartes Vermögen – steht oft vor der Frage, ob das Geld auf einmal investiert werden sollte oder besser in monatlichen Raten über einen Zeitraum von zwölf Monaten verteilt wird. Die Einmalanlage bedeutet, das gesamte Kapital sofort in den Markt zu bringen. Bei der Verteilung auf mehrere Monate wird der Betrag in Teilbeträgen investiert, um das Marktrisiko zeitlich zu strecken. Aus Sicht der Rendite spricht jedoch vieles für die Einmalanlage.

Eine umfassende Analyse des Vermögensverwalters Vanguard aus dem Jahr 2012 zeigt, dass eine sofortige Einmalanlage in etwa zwei Dritteln aller historischen Fälle höhere Renditen erzielte als eine gestaffelte Investition über zwölf Monate. Untersucht wurden dafür lange Zeiträume und verschiedene Märkte wie die USA, Großbritannien und Australien. Weitere Studien, etwa von Morningstar und Charles Schwab, bestätigen, dass wer sein Kapital sofort in den Markt bringt, in den meisten Fällen besser fährt als jemand, der dieselbe Summe zeitlich gestreckt investiert.

Der entscheidende Grund liegt in den Opportunitätskosten. Dabei handelt es sich um den entgangenen Nutzen einer nicht gewählten Alternative. Wird Kapital nicht sofort investiert, sondern schrittweise in den Markt gebracht, liegt ein großer Teil davon zunächst ungenutzt – meist auf einem niedrig verzinsten Konto. In dieser Zeit entgehen dem Anleger mögliche Kursgewinne und der Zinseszinseffekt bleibt aus. Besonders in langfristig steigenden Märkten führen diese verpassten Gewinne zu einem messbaren Renditeverlust.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das: Wer 100.000 Euro auf einmal in einen breit gestreuten Aktien-ETF mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von sieben Prozent investiert, kann nach einem Jahr mit einem Gewinn von etwa 7.000 Euro rechnen. Wird dieselbe Summe jedoch über zwölf Monate in gleichen Raten von jeweils etwa 8.333 Euro investiert, ist das Kapital im Schnitt nur zur Hälfte des Jahres im Markt. Daraus ergibt sich eine geschätzte Rendite von rund 3.500 Euro. Die Differenz von etwa 3.500 Euro entspricht den Opportunitätskosten, die durch das verzögerte Investieren entstehen.

Rein rechnerisch ist die Einmalanlage in den meisten Fällen die überlegene Strategie. Sie nutzt die Zeit optimal, indem das gesamte Kapital von Anfang an im Markt arbeitet und vom langfristigen Wachstum sowie dem Zinseszinseffekt profitiert. Wer also rational handelt und keine taktischen Gründe für eine gestaffelte Investition sieht, sollte das verfügbare Kapital möglichst früh investieren, um unnötige Opportunitätskosten zu vermeiden.

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

John D. Rockefeller

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