In der Kapitalmarktforschung gilt die Weltwirtschaft als global vernetztes System aus Finanz- und Gütermärkten, in dem Kapitalströme, Renditen und Risiken eng miteinander verbunden sind. Klassische Modelle unterstellen dabei oft rationale Erwartungen und stabile Gleichgewichte.
Dem klassischen Modell widerspricht der Forscher und ehemalige Finanzmathematiker Nassim Nicholas Taleb: Er sagt, dass seltene, extreme Ereignisse – „Black Swans“ – die Märkte entscheidend prägen. Aus dieser Sicht ist die Weltwirtschaft weniger stabil, sondern eher ein fragiles, komplexes dynamisches System.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Fonds: Globale Fonds bilden nicht die gesamte Weltwirtschaft ab, sondern nur ihren kapitalmarktbasierten Teil – vor allem börsennotierte Unternehmen und deren Gewinnerwartungen.
Beispiele dafür sind:
Der ARERO-Fonds sieht die Weltwirtschaft als breit diversifiziertes Multi-Asset-System. Durch die Kombination von Aktien, Anleihen und Rohstoffen verfolgt er einen erweiterten makroökonomischen Ansatz, der über Unternehmens-beteiligungen hinausgeht.
Der MSCI World Index hingegen konzentriert sich ausschließlich auf Aktien großer und mittelgroßer Unternehmen aus Industrieländern. Dadurch bildet er nur einen Ausschnitt der globalen Unternehmenslandschaft ab und lässt aber sowohl Schwellenländer als auch nicht börsennotierte Wirtschaftsbereiche unberücksichtigt. Zudem ist er stark US-lastig.
Das Global Portfolio One (GPO) von Andreas Beck verfolgt einen anderen Ansatz: Es versteht die Weltwirtschaft als eine Art „Welt-AG“, also als Gesamtheit der global börsennotierten Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen hier die angesammelten Gewinnerwartungen dieser Unternehmen als Kennzeichen für die wirtschaftliche Entwicklung.
Gemeinsam ist allen Ansätzen: Sie beinhalten den investierbaren Ausschnitt der Weltwirtschaft.